Nachrichten überregional
15.04.2026
Zwischen Anspruch und Restriktion: Die Digitalisierung beruflicher Schulen
Digitale Transformation an berufsbildenden Schulen: Schulträger als strategische Gestalter
Die erfolgreiche Digitalisierung berufsbildender Schulen hängt maßgeblich von der Handlungsfähigkeit der regionalen Schulträger ab, die weit über die bloße Bereitstellung von Hardware hinausgeht.
Aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) zeigen, dass Landkreise und kreisfreie Städte eine zentrale Scharnierfunktion zwischen bildungspolitischen Vorgaben und den spezifischen Anforderungen der schulischen Praxis einnehmen. Dabei stehen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, komplexe technische Infrastrukturen in einem Umfeld zu etablieren, das durch heterogene fachliche Ausrichtungen und tiefgreifende strukturelle Restriktionen geprägt ist.
Multiprofessionelle Zusammenarbeit als...
15.04.2026
Stagnation statt Aufbruch: Die Entwicklung der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland
IAB-Studie: Die verpasste Chance der betrieblichen Qualifizierung
Das Niveau der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland bleibt auch im Jahr 2025 signifikant hinter den Werten der Zeit vor der Corona-Pandemie zurück.
Zwar ist nach dem massiven Einbruch der Krisenjahre 2020 und 2021 eine schrittweise Erholung zu verzeichnen, doch die anhaltende konjunkturelle Schwäche dämpft die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Während im ersten Halbjahr 2019 noch 55 Prozent der Betriebe Weiterbildungsmaßnahmen förderten, lag dieser Anteil im Vergleichszeitraum 2025 lediglich bei 45 Prozent.
Dies zeigen aktuelle Auswertungen des »IAB-Betriebspanels«, einer großangelegten, repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Wirtschaftslage beeinflusst...
15.04.2026
Ausbildungsabbrüche: Soziale Herkunft bestimmt finanzielle Folgen
Die 45-Prozent-Lücke: So teuer ist ein Ausbildungsabbruch wirklich
Ein vorzeitiger Abbruch der Berufsausbildung wirkt sich massiv auf die spätere Erwerbsbiografie aus, wobei die familiäre Herkunft die Schwere der finanziellen Einbußen maßgeblich beeinflusst.
Während Jugendliche aus akademischen Haushalten solche Brüche oft ohne langfristige Lohneinbußen kompensieren, droht jungen Menschen aus weniger privilegierten Verhältnissen ein dauerhafter Einkommensverlust von durchschnittlich 45 Prozent. Diese Diskrepanz verschärft die bestehende soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt und stellt das Bildungssystem vor strukturelle Herausforderungen.
Herkunft als Schutzfaktor gegen Erwerbsrisiken
Die ökonomischen Konsequenzen eines abgebrochenen Bildungsweges hängen eng mit den Ressourcen des...
15.04.2026
Duale Berufsausbildung: 2,8 Prozent weniger Neuverträge im Jahr 2025
Statistisches Bundesamt meldet Fortsetzung des Abwärtstrends bei Azubis
Die Attraktivität der dualen Berufsausbildung – der koordinierten Qualifizierung in Betrieb und Berufsschule – steht vor neuen Herausforderungen. Im Jahr 2025 begannen rund 461.800 Personen eine entsprechende Ausbildung.
Dies entspreche laut vorläufigen Erhebungen einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem absoluten Minus von 13.300 Neuverträgen gleichkomme. Damit verstetige sich die bereits im Jahr 2024 beobachtete Tendenz sinkender Abschlusszahlen, nachdem zwischen 2021 und 2023 noch moderate Zuwächse dokumentiert worden seien.
Langfristige Trends und strukturelle Entwicklung
Die aktuelle Entwicklung markiere eine Fortführung der negativen Dynamik aus dem Vorjahr, in dem bereits ein Minus...
10.04.2026
Regionale Arbeitsmarktprognosen 2026: In den meisten Bundesländern sinkt die Beschäftigung
IAB-Prognose 2026: Arbeitsmarkt steht vor bundesweitem Strukturwandel
Für das Jahr 2026 zeichnet sich am deutschen Arbeitsmarkt eine deutliche Zäsur ab. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 wird ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet – also jener Arbeitsverhältnisse, die voll in die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Dieser Abwärtstrend betrifft laut der aktuellen Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zehn der 16 Bundesländer sowie mehr als die Hälfte aller Agenturbezirke.
Gleichzeitig müssen sich drei Viertel der Regionen auf eine steigende Zahl an Arbeitsuchenden einstellen, wobei das bestehende Nord-Süd-Gefälle sowie die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen bestehen...
10.04.2026
Lust auf Jobben trotz Rente?
Warum viele Babyboomer doch noch bereit für die Arbeit sind
Inmitten eines sich verschärfenden Arbeitskräftemangels in Deutschland zeigt ein beachtlicher Teil der Menschen im frühen Ruhestand Bereitschaft zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit.
Während die gesellschaftlich verankerte »Kultur des Frühausstiegs« dazu führt, dass ein Großteil der Babyboomer das Erwerbsleben bereits mit 63 Jahren verlässt, offenbaren neue Bertelsmann-Daten der repräsentativen lidA-Studie (leben in der Arbeit), dass rund 70 Prozent dieser Gruppe grundsätzlich für eine Rückkehr in den Betrieb offen sind. Diese Bereitschaft ist jedoch hochgradig an Bedingungen geknüpft und entfaltet sich selten aus eigenem Antrieb.
Die Diversität der Lebenslagen nach dem Erwerbsausstieg
Der frühe Ruhestand erweist sich als...
09.04.2026
School Fun: Den Ursachen der Lernfreude auf der Spur
Bedingungen für dauerhafte Lernfreude im Fokus der Forschung
Die emotionale Bindung zum Lernstoff entscheidet maßgeblich über den Bildungserfolg und die Leistungsentwicklung in der Schule. Um die sozialen und strukturellen Ursachen für eine positive Lernhaltung zu identifizieren, startet das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) im April das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt »School Fun«.
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie das Zusammenspiel von Schule und Familie die Freude am Lernen langfristig sichert.
Bedeutung positiver Emotionen für den Bildungserfolg
Eine ausgeprägte Freude am Wissenserwerb korreliert eng mit der Anwendung effizienter Strategien und der Fähigkeit zur Selbstregulation. Lernende, die mit Begeisterung am Unterricht...
09.04.2026
ICILS-Studie nimmt in Deutschland unter neuer Leitung die Arbeit auf
Die Arbeiten an der vierten Ausgabe der »International Computer and Information Literacy Study« (ICILS) in Deutschland sind gestartet.
Die Studie erhebt seit 2013 alle fünf Jahre den Stand der digitalen Kompetenzen von Jugendlichen der Jahrgangsstufe 8 im internationalen Vergleich. Zugleich werden zentrale Kontextinformationen erfasst – etwa zur technischen Ausstattung oder zu den Einstellungen in Bezug auf das Lernen mit digitalen Medien. Die Verantwortung für die Durchführung in Deutschland übernimmt das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in einem Verbund mit der Ruhr-Universität Bochum. Die neuen Befunde werden 2029 veröffentlicht.
»Für die gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalisierten Welt ist es von maßgeblicher Bedeutung, wie sicher und...
09.04.2026
Partizipation als Motor: Wie KI und Mitbestimmung Hand in Hand gehen
Studie des Weizenbaum-Instituts zeigt zentrale Rolle der Mitbestimmung durch Arbeitnehmende
Synergien zwischen technologischer Innovation und demokratischer Teilhabe
Die erfolgreiche Integration von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) in den betrieblichen Alltag ist untrennbar mit der aktiven Einbeziehung der Belegschaft verbunden.
Eine aktuelle Analyse des Weizenbaum-Instituts arbeitet heraus, dass eine frühzeitige und umfassende Mitbestimmung durch Arbeitnehmende die Akzeptanz neuer Technologien signifikant steigert und die Qualität der Arbeitsergebnisse verbessert.
In Betrieben, in denen demokratische Teilhabeprozesse etabliert sind, wird KI seltener als Bedrohung, sondern vielmehr als unterstützendes Werkzeug wahrgenommen. Dieser Zusammenhang bildet das Fundament für eine...
08.04.2026
Lebenslanges Lernen als Antwort auf den demografischen Wandel
Bildung kennt kein Alter: UNESCO-Studie zum Reskilling ab 50
Die globale Alterung der Gesellschaft erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der Bildungssysteme, um die soziale und ökonomische Teilhabe älterer Erwachsener dauerhaft zu sichern.
Ein aktueller Forschungsbericht des UNESCO Institute for Lifelong Learning (UIL) und der Shanghai Open University analysiert Strategien zur beruflichen Neuorientierung (»Reskilling«) und zur Erweiterung bestehender Kompetenzen (»Upskilling«) in fünf verschiedenen Ländern.
Dabei zeigt sich, dass lebenslanges Lernen weit über rein wirtschaftliche Notwendigkeiten hinausgeht; es ist ein Instrument zur Selbstverwirklichung, zur Förderung der kognitiven Gesundheit und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Strategische Ansätze in der...
08.04.2026
Wissenschaftliche Zuverlässigkeit durch Transparenz bei der Datenanalyse
Variabilität in der Forschung: Warum Datenanalysen trotz identischer Basis divergieren
Die Zuverlässigkeit sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Ergebnisse hängt maßgeblich von den individuellen methodischen Entscheidungen der Forschenden ab.
Eine internationale Untersuchung unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) belegt, dass identische Datensätze bei der Bearbeitung durch verschiedene Teams zu voneinander abweichenden Schlussfolgerungen führen können.
Die in der Fachzeitschrift »Nature« publizierte Studie mit dem Titel »Investigating the analytical robustness of the social and behavioural sciences« rückt damit die sogenannte analytische Variabilität in den Fokus der wissenschaftspolitischen Debatte. Objektivität resultiert demnach...
08.04.2026
GenKI in der Ausbildung: Effizienzgewinn oder Kompetenzverlust?
Ambivalenz der Algorithmen: Ergebnisse zur KI-Nutzung an schweizerischen Berufsschulen
Die Integration generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) in den Unterricht an Berufsfachschulen führt zu einer ambivalenten Wahrnehmung des Lernerfolgs. Während Lernende bei häufiger Nutzung subjektiv von verbesserten Lernergebnissen berichten, deutet die Datenlage gleichzeitig auf eine Abnahme des tatsächlichen Lernaufwands durch unzulässige Hilfsmittel hin.
Eine aktuelle Untersuchung der Universität Zürich und der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) an fünf Schweizer Berufsfachschulen zeigt auf, dass der Bildungserfolg maßgeblich davon abhängt, ob die Technologie zur kognitiven Aktivierung oder lediglich zur Entlastung von Denkprozessen eingesetzt wird.
Spannungsfeld zwischen...
07.04.2026
Defizite beim betrieblichen Wissenstransfer gefährden Wettbewerbsfähigkeit
Hernstein Management Report: 60 Prozent der Führungskräfte beobachten mangelnden Wissenstransfer
Der Verlust von wertvollem Fachwissen stellt Unternehmen in Deutschland und Österreich vor wachsende Herausforderungen. Laut dem aktuellen Hernstein Management Report berichten rund 60 Prozent der Führungskräfte von erheblichen Schwierigkeiten bei der Weitergabe von Expertise an nachfolgende Personen oder innerhalb des Kollegiums.
Diese Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.600 Führungspersönlichkeiten unterstreichen die Notwendigkeit, informelle Lernprozesse durch strukturelle Maßnahmen abzusichern.
Ursachen für mangelnde Wissenssicherung
Ein zentraler Grund für den stockenden Informationsfluss liegt in der unzureichenden institutionellen Verankerung der Wissensweitergabe. Oft bleibt...
04.04.2026
Monatsrückblick 2026-03
März 2026 - Monatsrückblick Artikel und Themen
Unsere Artikel analysierten im März die tiefgreifenden Herausforderungen im Bildungswesen für 2026 und die aktuelle Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes.
Ein weiterer zentraler Fokus lag auf der Integration künstlicher Intelligenz in die Berufswelt sowie der dringenden Notwendigkeit einer gezielten Weiterbildung, um den digitalen Strukturwandel zu bewältigen. Parallel dazu thematisierten wir die anhaltende soziale Bildungsungleichheit und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Fachkräftesicherung.
Auch die berufliche Gleichstellung von Frauen und die Modernisierung der Lehrkräfteausbildung wurden als essenzielle Faktoren für eine stabile wirtschaftliche Zukunft hervorgehoben. Insgesamt skizzierten die Berichte eine Arbeitswelt...
