Nachrichten überregional
10.04.2026
Regionale Arbeitsmarktprognosen 2026: In den meisten Bundesländern sinkt die Beschäftigung
IAB-Prognose 2026: Arbeitsmarkt steht vor bundesweitem Strukturwandel
Für das Jahr 2026 zeichnet sich am deutschen Arbeitsmarkt eine deutliche Zäsur ab. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 wird ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet – also jener Arbeitsverhältnisse, die voll in die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Dieser Abwärtstrend betrifft laut der aktuellen Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zehn der 16 Bundesländer sowie mehr als die Hälfte aller Agenturbezirke.
Gleichzeitig müssen sich drei Viertel der Regionen auf eine steigende Zahl an Arbeitsuchenden einstellen, wobei das bestehende Nord-Süd-Gefälle sowie die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen bestehen...
10.04.2026
Lust auf Jobben trotz Rente?
Warum viele Babyboomer doch noch bereit für die Arbeit sind
Inmitten eines sich verschärfenden Arbeitskräftemangels in Deutschland zeigt ein beachtlicher Teil der Menschen im frühen Ruhestand Bereitschaft zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit.
Während die gesellschaftlich verankerte »Kultur des Frühausstiegs« dazu führt, dass ein Großteil der Babyboomer das Erwerbsleben bereits mit 63 Jahren verlässt, offenbaren neue Bertelsmann-Daten der repräsentativen lidA-Studie (leben in der Arbeit), dass rund 70 Prozent dieser Gruppe grundsätzlich für eine Rückkehr in den Betrieb offen sind. Diese Bereitschaft ist jedoch hochgradig an Bedingungen geknüpft und entfaltet sich selten aus eigenem Antrieb.
Die Diversität der Lebenslagen nach dem Erwerbsausstieg
Der frühe Ruhestand erweist sich als...
09.04.2026
School Fun: Den Ursachen der Lernfreude auf der Spur
Bedingungen für dauerhafte Lernfreude im Fokus der Forschung
Die emotionale Bindung zum Lernstoff entscheidet maßgeblich über den Bildungserfolg und die Leistungsentwicklung in der Schule. Um die sozialen und strukturellen Ursachen für eine positive Lernhaltung zu identifizieren, startet das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) im April das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt »School Fun«.
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie das Zusammenspiel von Schule und Familie die Freude am Lernen langfristig sichert.
Bedeutung positiver Emotionen für den Bildungserfolg
Eine ausgeprägte Freude am Wissenserwerb korreliert eng mit der Anwendung effizienter Strategien und der Fähigkeit zur Selbstregulation. Lernende, die mit Begeisterung am Unterricht...
09.04.2026
ICILS-Studie nimmt in Deutschland unter neuer Leitung die Arbeit auf
Die Arbeiten an der vierten Ausgabe der »International Computer and Information Literacy Study« (ICILS) in Deutschland sind gestartet.
Die Studie erhebt seit 2013 alle fünf Jahre den Stand der digitalen Kompetenzen von Jugendlichen der Jahrgangsstufe 8 im internationalen Vergleich. Zugleich werden zentrale Kontextinformationen erfasst – etwa zur technischen Ausstattung oder zu den Einstellungen in Bezug auf das Lernen mit digitalen Medien. Die Verantwortung für die Durchführung in Deutschland übernimmt das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in einem Verbund mit der Ruhr-Universität Bochum. Die neuen Befunde werden 2029 veröffentlicht.
»Für die gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalisierten Welt ist es von maßgeblicher Bedeutung, wie sicher und...
09.04.2026
Partizipation als Motor: Wie KI und Mitbestimmung Hand in Hand gehen
Studie des Weizenbaum-Instituts zeigt zentrale Rolle der Mitbestimmung durch Arbeitnehmende
Synergien zwischen technologischer Innovation und demokratischer Teilhabe
Die erfolgreiche Integration von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) in den betrieblichen Alltag ist untrennbar mit der aktiven Einbeziehung der Belegschaft verbunden.
Eine aktuelle Analyse des Weizenbaum-Instituts arbeitet heraus, dass eine frühzeitige und umfassende Mitbestimmung durch Arbeitnehmende die Akzeptanz neuer Technologien signifikant steigert und die Qualität der Arbeitsergebnisse verbessert.
In Betrieben, in denen demokratische Teilhabeprozesse etabliert sind, wird KI seltener als Bedrohung, sondern vielmehr als unterstützendes Werkzeug wahrgenommen. Dieser Zusammenhang bildet das Fundament für eine...
08.04.2026
Lebenslanges Lernen als Antwort auf den demografischen Wandel
Bildung kennt kein Alter: UNESCO-Studie zum Reskilling ab 50
Die globale Alterung der Gesellschaft erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der Bildungssysteme, um die soziale und ökonomische Teilhabe älterer Erwachsener dauerhaft zu sichern.
Ein aktueller Forschungsbericht des UNESCO Institute for Lifelong Learning (UIL) und der Shanghai Open University analysiert Strategien zur beruflichen Neuorientierung (»Reskilling«) und zur Erweiterung bestehender Kompetenzen (»Upskilling«) in fünf verschiedenen Ländern.
Dabei zeigt sich, dass lebenslanges Lernen weit über rein wirtschaftliche Notwendigkeiten hinausgeht; es ist ein Instrument zur Selbstverwirklichung, zur Förderung der kognitiven Gesundheit und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Strategische Ansätze in der...
08.04.2026
Wissenschaftliche Zuverlässigkeit durch Transparenz bei der Datenanalyse
Variabilität in der Forschung: Warum Datenanalysen trotz identischer Basis divergieren
Die Zuverlässigkeit sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Ergebnisse hängt maßgeblich von den individuellen methodischen Entscheidungen der Forschenden ab.
Eine internationale Untersuchung unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) belegt, dass identische Datensätze bei der Bearbeitung durch verschiedene Teams zu voneinander abweichenden Schlussfolgerungen führen können.
Die in der Fachzeitschrift »Nature« publizierte Studie mit dem Titel »Investigating the analytical robustness of the social and behavioural sciences« rückt damit die sogenannte analytische Variabilität in den Fokus der wissenschaftspolitischen Debatte. Objektivität resultiert demnach...
08.04.2026
GenKI in der Ausbildung: Effizienzgewinn oder Kompetenzverlust?
Ambivalenz der Algorithmen: Ergebnisse zur KI-Nutzung an schweizerischen Berufsschulen
Die Integration generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) in den Unterricht an Berufsfachschulen führt zu einer ambivalenten Wahrnehmung des Lernerfolgs. Während Lernende bei häufiger Nutzung subjektiv von verbesserten Lernergebnissen berichten, deutet die Datenlage gleichzeitig auf eine Abnahme des tatsächlichen Lernaufwands durch unzulässige Hilfsmittel hin.
Eine aktuelle Untersuchung der Universität Zürich und der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) an fünf Schweizer Berufsfachschulen zeigt auf, dass der Bildungserfolg maßgeblich davon abhängt, ob die Technologie zur kognitiven Aktivierung oder lediglich zur Entlastung von Denkprozessen eingesetzt wird.
Spannungsfeld zwischen...
07.04.2026
Defizite beim betrieblichen Wissenstransfer gefährden Wettbewerbsfähigkeit
Hernstein Management Report: 60 Prozent der Führungskräfte beobachten mangelnden Wissenstransfer
Der Verlust von wertvollem Fachwissen stellt Unternehmen in Deutschland und Österreich vor wachsende Herausforderungen. Laut dem aktuellen Hernstein Management Report berichten rund 60 Prozent der Führungskräfte von erheblichen Schwierigkeiten bei der Weitergabe von Expertise an nachfolgende Personen oder innerhalb des Kollegiums.
Diese Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.600 Führungspersönlichkeiten unterstreichen die Notwendigkeit, informelle Lernprozesse durch strukturelle Maßnahmen abzusichern.
Ursachen für mangelnde Wissenssicherung
Ein zentraler Grund für den stockenden Informationsfluss liegt in der unzureichenden institutionellen Verankerung der Wissensweitergabe. Oft bleibt...
04.04.2026
Monatsrückblick 2026-03
März 2026 - Monatsrückblick Artikel und Themen
Unsere Artikel analysierten im März die tiefgreifenden Herausforderungen im Bildungswesen für 2026 und die aktuelle Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes.
Ein weiterer zentraler Fokus lag auf der Integration künstlicher Intelligenz in die Berufswelt sowie der dringenden Notwendigkeit einer gezielten Weiterbildung, um den digitalen Strukturwandel zu bewältigen. Parallel dazu thematisierten wir die anhaltende soziale Bildungsungleichheit und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Fachkräftesicherung.
Auch die berufliche Gleichstellung von Frauen und die Modernisierung der Lehrkräfteausbildung wurden als essenzielle Faktoren für eine stabile wirtschaftliche Zukunft hervorgehoben. Insgesamt skizzierten die Berichte eine Arbeitswelt...
04.04.2026
Monatsrückblick 2026-03 (Podcast)
März 2026 - Monatsrückblick im Podcast
Die Zusammenfassung unserer BildungsSpiegel-Beiträge im März beleuchtet die aktuelle Dynamik auf dem deutschen Arbeitsmarkt sowie tiefgreifende Entwicklungen im Bildungswesen.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Integration künstlicher Intelligenz, die sowohl innovative Chancen als auch neue regulatorische Anforderungen für Unternehmen und Bildungseinrichtungen schafft.
Die Artikel thematisieren zudem die anhaltende Bildungsungleichheit, bei der die soziale Herkunft oft noch immer über den beruflichen Erfolg entscheidet. Parallel dazu werden demografische Herausforderungen und die steigende Bedeutung von flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie lebenslangem Lernen analysiert.
Insgesamt zeichnen unsere Meldungen das Bild einer Gesellschaft im Umbruch, die...
01.04.2026
KI-Transformation: Warum Weiterbildung für Frauen jetzt zur Priorität wird
Geschlechtergerechte Weiterbildung als Antwort auf den digitalen Wandel
Die Einführung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) wird die Arbeitswelt tiefgreifend wandeln, betrifft Frauen und Männer jedoch in ähnlichem Maße.
Eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Indeed Hiring Labs, veröffentlicht im »DIW Wochenbericht« (14+15/2026), zeigt auf Basis von Millionen Stellenanzeigen, dass sich kein eindeutiges geschlechtsspezifisches Muster bei der beruflichen Transformation abzeichnet.
Entscheidend für die berufliche Zukunft ist demnach weniger das Geschlecht als vielmehr die individuelle Fähigkeit, die neuen Technologien effizient zu nutzen.
KI-Transformation unabhängig vom Geschlechteranteil
Die Untersuchung von knapp 3.000 beruflichen...
01.04.2026
Strukturreform der Lehrkräftebildung: Der Quereinstieg als Qualitätsmodell
Strategien gegen den Lehrkräftemangel: Professionalisierung des Quereinstiegs
Der Stifterverband legt Empfehlungen für den Seiteneinstieg ins Lehramt vor und bietet klare Handlungsempfehlungen für eine qualitätssichere Umsetzung des Seiteneinstiegs. Dadurch soll der Berufswechsel ins Lehramt als seriöser und professionell begleiteter Karriereweg langfristig abgesichert werden.
Der Lehrkräftemangel an deutschen Schulen erfordert eine systematische Neuausrichtung der Rekrutierungs- und Qualifizierungswege, um die Unterrichtsqualität langfristig zu sichern. Der Fokus verschiebt sich dabei zunehmend von kurzfristigen Notlösungen hin zu einer strukturellen Etablierung des Berufswechsels in das Lehramt als gleichwertige Säule der Personalentwicklung.
Durch bundesweit vergleichbare Standards und...
01.04.2026
Finanzielle Zusatzförderung steigert Bildungsgerechtigkeit im Erasmus-Programm
Finanzielle Sicherheit als Basis für internationale Studienerfahrungen
Die Ausweitung der finanziellen Unterstützung für Studierende mit geringeren Chancen führt zu einer signifikanten Verbreiterung des Teilnehmendenspektrums im Erasmus-Programm. Aktuelle Erhebungen belegen, dass insbesondere die monatlichen Zusatzbeträge (Top-ups) in Höhe von 250 Euro Barrieren für Personen aus nicht-akademischen Elternhäusern sowie für Studierende mit Erwerbstätigkeit wirksam reduzieren.
Diese Form der Unterstützung ermöglicht es Zielgruppen, die zuvor aus ökonomischen Gründen von Auslandserfahrungen Abstand nahmen, die Vorteile der europäischen Mobilität zu nutzen.
Strukturelle Wirkung der sozialen Inklusion
Die Analyse der Befragungsdaten verdeutlicht eine Verschiebung in der Teilnehmendenstruktur. Während...
