Nachrichten überregional
09.03.2026
Der digitale Bildungsmarkt im Umbruch
Big-Tech-Welle und der Paradigmenwechsel
Der digitale Bildungsmarkt befinde sich in einer Phase der radikalen Neuordnung. Laut den Ergebnissen des 20. mmb Learning Delphi, für das 77 Expertinnen und Experten befragt wurden, verlören traditionelle E-Learning-Anbieter und Verlage massiv an Boden.
Die wirtschaftliche Lage internationaler Bildungsplattformen und EdTech-Startups werde hingegen deutlich positiver bewertet. In das Zentrum des Marktes rückten nun »lernferne« Giganten wie Alphabet, Anthropic oder OpenAI. Diese Big-Tech-Welle verändere die strategischen Marktgewichte grundlegend und stelle herkömmliche Branchenstrukturen infrage. Die technologische Basis für diese dynamische Verschiebung bilde der rasante Aufstieg generativer Künstlicher Intelligenz.
Dominanz der KI-Lernassistenten...
09.03.2026
Frauen in mittelständischen Führungspositionen
Die Rückkehr der Chefinnen als fragiles Comeback
Der deutsche Mittelstand verzeichnet nach KfW-Angaben für das Jahr 2025 eine vorsichtige Erholung der Frauenquote in der Geschäftsführung: Mit rund 621.000 Unternehmen wird aktuell ein Anteil von 16 Prozent erreicht. Dieser moderate Aufwärtstrend folgt auf ein historisches Tief von 14,3 Prozent im Vorjahr, bleibt jedoch hinter dem Rekordwert von 19,7 Prozent aus dem Jahr 2022 zurück.
Dieser Zickzack-Kurs muss kritisch eingeordnet werden: Die hohe Volatilität deutet darauf hin, dass weibliche Führung primär in dynamischen, aber krisenanfälligen Kleinstunternehmen stattfindet und noch keine dauerhafte strukturelle Stabilität in etablierten Familienunternehmen erreicht hat.
Besorgniserregend ist zudem, dass der Anteil von Frauen in...
09.03.2026
Wohlbefinden am Arbeitsplatz und seine Bedeutung in der Transformation
Mehr als nur Dienst nach Vorschrift: Was das Wohlbefinden am modernen Arbeitsplatz wirklich steuert
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der insbesondere das produzierende Gewerbe als bisherigen Stabilitätsanker unter Druck setzt.
In diesem volatilen Umfeld entwickelt sich die psychische Gesundheit der Beschäftigten von einem nachgelagerten Thema zu einem entscheidenden strategischen Wettbewerbsfaktor. Angesichts des demografischen Wandels und eines akuten Fachkräftemangels ist der Erhalt der Arbeitskraft für Unternehmen existenziell.
Eine aktuelle Untersuchung von »Indeed« aus dem Jahr 2025 verdeutlicht die Problematik: Deutschland belegt im internationalen Vergleich der sieben führenden Industrienationen den vorletzten Platz. Lediglich 20...
08.03.2026
Einfluss von Unternehmen auf den Gender Wage Gap
Die Rolle der Betriebe bei der geschlechtsspezifischen Entlohnung
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern werden zu etwa einem Drittel durch die spezifische Vergütungspraxis von Unternehmen beeinflusst.
Eine internationale Datenanalyse für den Zeitraum von 2010 bis 2019 zeigt, dass Deutschland im Vergleich von zehn europäischen Ländern und dem US-Bundesstaat Washington eine negative Sonderrolle einnimmt. Hierzulande ist der Beitrag der Arbeitgeber zum sogenannten »Gender Wage Gap«, also der statistischen Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, besonders ausgeprägt.
Mechanismen der betrieblichen Lohnbildung
Ein Team aus internationalen Forschenden, dem auch Mitglieder des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) angehören, identifiziert zwei wesentliche Faktoren für...
08.03.2026
KI in der Arbeitswelt: Zwischen Innovation und regulatorischer Pflicht
Vertrauen als Schlüsselfaktor für den KI-Einsatz in Unternehmen
Die erfolgreiche Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Arbeitsprozesse hängt maßgeblich von der Akzeptanz und dem Vertrauen der beteiligten Personen ab.
Ein aktuelles Whitepaper des TÜV Rheinland mit dem Titel »Wegweiser für Künstliche Intelligenz: Strategien für Vertrauen und Erfolg« analysiert die notwendigen Rahmenbedingungen für eine rechtssichere und ethische Anwendung dieser Technologie.
Dabei wird deutlich, dass technische Innovationen allein nicht ausreichen, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Vielmehr müssen Organisationen Strukturen schaffen, die Transparenz und Sicherheit gewährleisten, um Vorbehalte gegenüber...
06.03.2026
Beratung auf Augenhöhe: Der neue Leitfaden für Weiterbildungsmentoren
Qualifizierung für das Weiterbildungsmentoring: Neue Impulse für die betriebliche Personalentwicklung
Die gezielte Förderung von geringqualifizierten Beschäftigten rückt verstärkt in den Fokus der nationalen Weiterbildungsstrategie, um die Wettbewerbsfähigkeit und individuelle Entwicklungschancen zu sichern.
Eine aktuelle Orientierungshilfe des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bietet nun eine fundierte Grundlage, um das Konzept der Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM) flächendeckend in der Praxis zu etablieren.
Dieser Ansatz setzt auf eine vertrauensvolle, kollegiale Beratung auf Augenhöhe, um bestehende Hemmschwellen gegenüber formalen Bildungsangeboten abzubauen und Fachkräftepotenziale innerhalb der eigenen Belegschaft zu mobilisieren.
Tätigkeitsfelder und Kompetenzprofile im...
06.03.2026
Karriere-Check: Warum der Einstieg in KI-Rollen für Frauen schwerer ist
Paradoxe Entwicklung: Frauenanteil in IT-Berufen sinkt europaweit
In Europa zeigt sich im Technologiesektor eine zunehmende Diskrepanz zwischen akademischer Qualifikation und beruflicher Realität von Frauen. Trotz steigender Abschlusszahlen in den MINT-Fächern sinkt der Frauenanteil in technischen Rollen, während die Nachfrage nach Talenten im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) rasant wächst.
Rückläufige Repräsentanz trotz Qualifikationsoffensive
Eine aktuelle McKinsey-Studie belegt eine strukturelle Regression innerhalb der europäischen Tech-Belegschaft. Der Anteil von Frauen in technischen Rollen reduzierte sich innerhalb der letzten drei Jahre von 22 auf 19 Prozent.
Dieser Rückgang steht im Gegensatz zu den Bildungserfolgen, da der Frauenanteil bei den MINT-Abschlüssen (Mathematik, Informatik,...
06.03.2026
IAB-Stellenerhebung IV/2025: Nachfrage nach Personal übersteigt saisonale Erwartungen
IAB: Zahl der offenen Stellen steigt von 1,03 auf 1,26 Millionen – und damit stärker als saisonüblich
Personal-Nachfrage am deutschen Arbeitsmarkt steigt zum Jahresende 2025 spürbar an
Die Zahl der unbesetzten Positionen in Deutschland hat im vierten Quartal 2025 signifikant zugenommen und liegt nun bei 1,26 Millionen. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal entspricht dies einem Zuwachs von rund 224.100 Stellen oder 22 Prozent.
Dieser Anstieg übertrifft die üblichen saisonalen Effekte, wobei etwa die Hälfte des Zuwachses auf die erwartete jahreszeitliche Entwicklung entfällt. Trotz der aktuellen Belebung verharrt das Niveau der Personalnachfrage im Vorjahresvergleich um etwa zehn Prozent niedriger.
Regionale Unterschiede und Dringlichkeit der Besetzung
Auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt sind 1,03...
05.03.2026
Social-Media-Verbot: Breite Zustimmung für Verbote bei Kindern bis zu 12 Jahren
Bevölkerung befürwortet differenzierten Jugendschutz in sozialen Medien
Die Debatte um eine stärkere Regulierung der Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen gewinnt an gesellschaftlicher und politischer Relevanz.
Eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung Risiken in der Nutzung sieht, pauschale Verbote jedoch nur für jüngere Altersgruppen befürwortet. Während ein Nutzungsverbot bis zum Alter von zwölf Jahren auf breite Zustimmung stößt, wird eine entsprechende Einschränkung bis zum 16. Lebensjahr mehrheitlich abgelehnt.
Ambivalente Wahrnehmung von Chancen und Risiken
Die Einstellung der Menschen gegenüber sozialen Netzwerken ist von einer...
05.03.2026
Warum Re-Skilling die Antwort auf den industriellen Strukturwandel ist
Strategische Neuausrichtung durch Re-Skilling als Antwort auf den Strukturwandel
Der technologische Fortschritt und die digitale Transformation verändern die Anforderungen an technische Fachkräfte grundlegend.
Eine aktuelle Analyse des Verein Deutscher Ingenieure (VDI) postuliert, dass die gezielte Qualifizierung für neue Aufgabenfelder, das sogenannte »Re-Skilling«, eine zentrale Säule für die künftige Innovationskraft des Standorts Deutschland darstellt. Während in traditionellen Industriezweigen Stellen wegfallen, bleibt der Bedarf an spezialisierten Fachkräften in Wachstumsfeldern wie der Künstlichen Intelligenz oder der nachhaltigen Energietechnik hoch.
Notwendigkeit zur systematischen Kompetenzerweiterung
Rund 80 Prozent der befragten Ingenieurpersonen sehen die Notwendigkeit, ihre...
03.03.2026
Arbeitszeitrechnung 2025: Teilzeitbeschäftigte leisten Millionen zusätzliche Stunden
Arbeitsmarkt in Deutschland 2025: Rekordniveau bei Teilzeitquote und Arbeitsstunden im Jahr 2025
Die zeitliche Beteiligung am Erwerbsleben in Deutschland unterliegt einem strukturellen Wandel. Wie die aktuelle Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung »IAB« für das Jahr 2025 darlegt, hat die Zahl der Teilzeitbeschäftigten mit 16,75 Millionen Personen einen neuen Höchststand erreicht.
Parallel dazu stieg das Arbeitsvolumen dieser Gruppe signifikant um 13,2 Millionen Stunden an. Die Teilzeitquote kletterte damit auf einen Rekordwert von 39,8 Prozent, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im gleichen Zeitraum um 0,6 Prozent auf 25,35 Millionen sank.
Ursachen und sektorale Verschiebungen
Dieser Trend ist maßgeblich auf eine Verschiebung der...
03.03.2026
Handlungsfähigkeit sichern: KI-Steuerung in der akademischen Lehre
Managementaufgabe Künstliche Intelligenz: Strategische Orientierung für Hochschulen
Die Einbindung generativer KI-Systeme in Studium und Lehre verlangt von Hochschulen eine klare strategische Steuerung. Es geht nicht nur um neue Tools oder didaktische Experimente. Gefordert ist eine institutionelle Gesamtstrategie.
Ein Arbeitspapier des Hochschulforum Digitalisierung (HFD) ordnet den Umgang mit KI deshalb als zentrale Managementaufgabe ein. Auf Grundlage qualitativer Interviews zeigt die Analyse, wie Hochschulen in Phasen hoher Unsicherheit handlungsfähig bleiben und informelle Initiativen schrittweise in tragfähige Strukturen überführen.
Anpassungsdruck durch generative Anwendungen
Seit generative KI-Werkzeuge breit verfügbar sind, stehen Hochschulen unter erheblichem Veränderungsdruck....
02.03.2026
Social Media: Ältere Menschen holen bei der Nutzung auf
Dynamik in der digitalen Vernetzung: Soziale Medien gewinnen in allen Generationen an Bedeutung
Die aktive Nutzung sozialer Medien in Deutschland verzeichnet einen deutlichen Aufwärtstrend. Im Jahr 2025 beteiligten sich 59 Prozent der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren an Plattformen zur Vernetzung, Erstellung von Beiträgen oder Interaktion. Damit stieg der Anteil innerhalb von vier Jahren signifikant an, da 2021 noch weniger als die Hälfte der Menschen in diesen digitalen Räumen aktiv war.
Trotz dieser positiven Entwicklung im Inland zeigt der europäische Vergleich, dass die Bundesrepublik mit einer Quote unter dem EU-Durchschnitt von 67 Prozent einen der hinteren Plätze belegt. Nur in Italien fällt die Beteiligung noch geringer aus, während Länder wie Dänemark mit 90 Prozent eine...
02.03.2026
Bildungsgleichheit bei jungen Paaren: Ein Trend setzt sich durch
Partnerwahl auf Augenhöhe: Frauen in Baden-Württemberg schließen Bildungslücke
Gegensätze ziehen sich an? Das mag für Magnete gelten, doch beim Gang zum Standesamt in Baden-Württemberg scheint eher die Kopie des Abschlusszeugnisses den Ausschlag zu geben.
Wer im Südwesten den Bund fürs Leben schließt, sucht sich offenbar bevorzugt jemanden, der im Hörsaal oder in der Berufsschule ähnlich fleißig war – die Statistik spricht hier eine deutliche, wenn auch wenig romantische Sprache der Symmetrie.
Bildungshomogenität prägt Partnerschaften im Südwesten
In Baden-Württemberg wählen Paare ihre Partnerinnen und Partner überwiegend aus dem gleichen Bildungsumfeld. Aktuelle Daten des Mikrozensus 2024 belegen, dass knapp 59 Prozent der rund 2,6 Millionen Paare im Südwesten ein identisches...
