Nachrichten überregional
15.01.2026
So lebt und lernt Deutschland
NEPS sucht ab Januar 2026 neue Teilnehmende für die Erwachsenenkohorte
Ein neuer Schritt in der empirischen Bildungsforschung ist der Start der Rekrutierung für die neue Erwachsenenkohorte des Nationalen Bildungspanels (NEPS) am 13. Januar 2026.
Das Design der Studie »So lebt und lernt Deutschland«: Das am LIfBi in Bamberg angesiedelte NEPS ist eine der weltweit größten Langzeitstudien. Die neue Rekrutierungswelle zielt auf 8.000 Personen im Alter von 21 bis 50 Jahren (Geburtskohorten 1975–2004). Die Auswahl erfolgt streng zufällig über die Einwohnermeldeämter, was die Repräsentativität sichert.
Der Paradigmenwechsel zum »Lebenslangen Lernen«: Warum ist diese Kohorte so wichtig?
Traditionelle Bildungsforschung konzentrierte sich oft auf die Schule und den Übergang in den Beruf. Die Phase...
15.01.2026
Akademische Talentförderung: Moderater Zuwachs und strukturelle Verschiebungen
Begabtenförderung im Wandel: Zwischen Chancengerechtigkeit und Exzellenz
Der Anteil der durch Begabtenförderungswerke unterstützten Studierenden in Deutschland ist innerhalb der letzten Dekade geringfügig angewachsen.
So stieg die Quote der Geförderten von 1,0 Prozent im Jahr 2015 auf 1,1 Prozent im Jahr 2024. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.
Damit bleibt die Zielvorgabe, mindestens ein Prozent der Studierenden durch Stipendien zu unterstützen, weiterhin der maßgebliche bildungspolitische Orientierungsrahmen. Während die absolute Zahl der Stipendiaten auf über 31.400 anstieg, zeigt sich im Bereich der Promotionen eine gegenläufige Tendenz mit sinkenden Förderquoten.
Diversität und fachspezifische...
15.01.2026
Wie die Aufnahme von Geflüchteten die Wirtschaft belebt
Impulse für lokales Gründungswesen und Beschäftigung
Der Zuzug von Geflüchteten wirkt als signifikanter Katalysator für die wirtschaftliche Aktivität in deutschen Landkreisen. Eine aktuelle Untersuchung des ifo Instituts belegt, dass eine steigende Zahl an Schutzsuchenden nicht nur die Anzahl der Gewerbeanmeldungen erhöht, sondern auch maßgeblich zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beiträgt.
Überraschenderweise werden diese neuen Unternehmen primär von der lokalen Bevölkerung und weniger von den zugewanderten Personen selbst initiiert.
Mechanismen der wirtschaftlichen Belebung
Die ökonomischen Impulse lassen sich auf zwei wesentliche Faktoren zurückführen. Zum einen entsteht durch die Zunahme der Bevölkerung ein unmittelbarer Bedarf an spezifischen Dienstleistungen und Gütern.
Sebastian Schirner vom ifo...
14.01.2026
Der Weg zur sicheren Datengesellschaft: Der Regierungsentwurf zum DGG
Strategischer Rahmen für die europäische Datennutzung: Das neue Daten-Governance-Gesetz
Die Bundesregierung hat mit dem Entwurf des Daten-Governance-Gesetzes (DGG) einen entscheidenden Schritt zur rechtlichen Ausgestaltung des digitalen Binnenmarktes in Deutschland eingeleitet.
Die Vorlage dient der Durchführung der EU-Verordnung 2022/868 und zielt darauf ab, eine vertrauenswürdige sowie sichere Datengesellschaft zu etablieren. Durch klare nationale Rahmenbedingungen wird die Weiterverwendung geschützter Daten der öffentlichen Hand systematisiert, was die Innovationskraft der Wirtschaft stärken und gesellschaftliche Teilhabe fördern soll.
Zuständigkeiten und operative Umsetzung
Zur Umsetzung der regulatorischen Anforderungen werden die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das Statistische...
14.01.2026
Hightech Agenda Deutschland: Neue Impulse für die KI-Bildung
Ausbau von KI-Kompetenzen und digitaler Infrastruktur an deutschen Hochschulen
Das Bundesministerium für Bildung, Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) forciert die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in der akademischen Landschaft. Als zentraler Bestandteil der »Hightech Agenda Deutschland« starteten im Januar 2026 drei wegweisende Förderprojekte, die darauf abzielen, die Rechenkapazitäten, Datenökosysteme und fachspezifischen Kompetenzen an Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen nachhaltig zu stärken.
Mit einer kumulierten Investition von über 31 Millionen Euro adressiert der Bund die dringende Notwendigkeit, Studium und Lehre an die Anforderungen einer datengetriebenen Gesellschaft anzupassen.
Vernetzung und Transfer im digitalen Wandel
Ein Schwerpunkt der Initiative liegt auf der...
13.01.2026
Personalie: Prof. Dr. Yvonne Anders neue Direktorin am DIPF
Mit Prof. Dr. Yvonne Anders gewinnt das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation eine exzellente Wissenschaftlerin für eine zentrale Leitungsposition: Die Bildungsforscherin ist neue Direktorin an dem Institut, was mit der Leitung einer der fünf Abteilungen und einem Sitz im Vorstand verbunden ist. Zugleich wird sie in Kooperation mit dem DIPF auf die Professur für »Psychologie mit dem Schwerpunkt Bildung und Entwicklung« an der Goethe-Universität Frankfurt berufen.
»Unsere Forschung wird sich weiterhin auf die individuelle kindliche Entwicklung konzentrieren, allerdings die Rolle der Bildungskontexte wie Familie, Kita und Schule stärker beleuchten«, erläutert Yvonne Anders die Ausrichtung ihrer Abteilung am DIPF, die in »Entwicklung in Bildungskontexten« (EnBi)...
13.01.2026
EPALE 2026: Vier Quartale im Zeichen der Bildungstransformation
Transformation und Resilienz: Die Schwerpunkte der EPALE-Erwachsenenbildung 2026
Die europäische Plattform für Erwachsenenbildung (EPALE) richtet ihre Programmatik für das Jahr 2026 konsequent auf den strukturellen Wandel und die Zukunftsfähigkeit des Bildungssektors aus.
Im Zentrum der strategischen Planung stehen die übergreifenden Werte Teilhabe und Inklusion, die als Fundament für eine demokratische Bildungslandschaft dienen. Angesichts globaler Unsicherheiten und technologischer Sprünge zielt die Initiative darauf ab, Bildungsorganisationen sowie Fachkräfte durch gezielte Schwerpunkte auf kommende Herausforderungen vorzubereiten.
Die quartalsbezogenen Programmschwerpunkte im Überblick
Die Umsetzung erfolgt in vier thematischen Etappen, die jeweils einen spezifischen Aspekt der...
13.01.2026
KI-Kompetenz in der Bildungspraxis fundiert vermitteln
Besprechung: KI-Kompetenz in der Bildungspraxis
Im Folgenden wird ein Fachbeitrag aus dem »Magazin erwachsenenbildung.at« besprochen, der sich mit der Vermittlung von KI-Kompetenzen in der Bildungspraxis befasst.
Die Analyse beleuchtet die didaktischen, psychologischen und regulatorischen Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Bildungslandschaft und ordnet die Empfehlungen der Autor*innen in den aktuellen fachwissenschaftlichen Diskurs ein.
Professionalität durch ganzheitliche KI-Kompetenz: Didaktische Perspektiven der Erwachsenenbildung
Die Vermittlung von KI-Kompetenzen ist für die Zukunftsfähigkeit der Erwachsenenbildung essenziell. Gemäß der EU-Verordnung 2024/1689 (AI-Act) sind Bildungsanbieter ab Februar 2025 verpflichtet, die Befähigung ihrer Beschäftigten zum...
12.01.2026
Innovation durch Kooperation: Neue Impulse für die MINT-Community
Zweite Förderphase für den MINT-Campus startet
Die bundesweite Lernplattform MINT-Campus setzt ihren Ausbau ab dem Jahr 2026 fort. In der zweiten Förderphase bis 2029 entwickelt sich das Projekt von einer rein digitalen Lernumgebung zu einer umfassenden Service- und Infrastrukturplattform für die gesamte MINT-Community (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) übernimmt die Förderung des Vorhabens, um die MINT-Bildungslandschaft nachhaltig zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Bildungsgerechtigkeit in Deutschland durch qualifizierte Fachkräfte zu sichern.
Strategische Neuausrichtung und Community-Beteiligung
Im Zentrum der kommenden Jahre steht das Prinzip »von der Community für die...
12.01.2026
Geringqualifizierte - eine unterschätzte Ressource
Jenseits der Zertifikate: Das unterschätzte Potenzial formal Unqualifizierter
Im IAB-Forum erschien am 8. Januar 2026 ein Beitrag von Carola Burkert, Britta Matthes und Annette Röhrig zum Thema Geringqualifizierte auf dem Arbeitsmarkt. Wir empfehlen diesen Artikel zur Lektüre und fassen ihn hier kurz zusammen.
Kernthese des Artikels
Der Artikel plädiert dafür, »Geringqualifizierte« nicht länger als defizitäre Gruppe wahrzunehmen, sondern als zentrales Potenzial zur Deckung des Fachkräftemangels. Die Autorinnen argumentieren, dass formale Abschlüsse oft nicht die tatsächlichen Kompetenzen widerspiegeln und dass passgenaue, modulare Qualifizierungen notwendig sind, um dieses Potenzial zu heben.
Zentrale Argumente und Befunde
A. Heterogenität der Zielgruppe
- Definitionsproblem: ...
11.01.2026
Umsetzung des Digitalpakts Weiterbildung: Noch in der Prüfphase
Strategische Neuausrichtung der digitalen Weiterbildung
Die Sicherung von Fachkräften bildet eine zentrale Säule für die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland. Angesichts einer prognostizierten Lücke von bis zu 730.000 qualifizierten Arbeitskräften bis zum Jahr 2027 gewinnen lebensbegleitendes Lernen und die Digitalisierung von Bildungsangeboten massiv an Bedeutung.
Aktuelle Daten belegen, dass bereits 70 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten digitale Medien nutzen. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen und den Wirtschaftsstandort zu stärken, plant die Bundesregierung eine umfassende Modernisierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Ob und in welchem Umfang der im Koalitionsvertrag angekündigte Digitalpakt Weiterbildung realisiert werden kann, soll nach Angaben der Bundesregierung...
11.01.2026
Gründungsmonitor Migration: Hohe Bereitschaft trifft auf soziale Barrieren
Ungenutzte Chancen: Das Gründungspotenzial von Menschen mit Migrationshintergrund
Personen mit Einwanderungsgeschichte leisten einen überproportionalen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland, schöpfen ihr volles Potenzial jedoch noch nicht aus.
Eine aktuelle Kurzstudie von KfW Research belegt, dass die Bereitschaft zur beruflichen Selbstständigkeit in dieser Gruppe deutlich ausgeprägter ist als in der restlichen Bevölkerung. Während sich im langjährigen Durchschnitt lediglich 30 Prozent der Personen ohne Gründungserfahrung den Schritt in die Selbstständigkeit vorstellen können, liegt dieser Wert bei Menschen mit Migrationshintergrund bei 44 Prozent.
Dennoch wird dieser Gründungswille häufig durch das gesellschaftliche Image der Selbstständigkeit gebremst, das im Vergleich zu einer...
08.01.2026
Orientierungslosigkeit 2026: Warum die Jobsuche Fachkräfte zunehmend fordert
Umbruch am Arbeitsmarkt: Unsicherheit prägt die Jobsuche
Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der bei einer hohen Zahl der Erwerbstätigen zu erheblicher Verunsicherung führt.
Die Mehrheit der Beschäftigten blickt mit Skepsis auf die Anforderungen der Jobsuche im Jahr 2026. Rund vier von fünf Erwerbstätigen fühlen sich laut einer Umfrage von LinkedIn dafür nicht ausreichend vorbereitet.
Besonders ausgeprägt ist diese Verunsicherung bei der Generation Z: Dort äußert mehr als jede neunte von zehn befragten Personen Zweifel an der eigenen Vorbereitung. Gleichzeitig empfinden über 50 Prozent der Befragten den Bewerbungsprozess als komplexer als noch vor einem Jahr. Hauptgründe sind ein intensiverer Wettbewerb um Stellen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten.
Künstliche Intelligenz...
08.01.2026
Neuausrichtung der Forschungssicherheit: Eine nationale Antwort auf globale Risiken
Resilienz durch Kooperation: Die neue Nationale Plattform für Forschungssicherheit
Die Bundesregierung begegnet der wachsenden Komplexität der globalen Sicherheitslage mit einer strategischen Neuausrichtung der Wissenschaftspolitik. Kernstück dieser Initiative ist die Etablierung einer »Nationalen Plattform für Forschungssicherheit«, die ab Januar 2027 ihre volle Einsatzfähigkeit erreichen soll.
In einer Zeit, in der systemische Rivalitäten sowie nationale Machtinteressen die internationale Ordnung unter Druck setzen, zielt dieses Vorhaben darauf ab, die Offenheit des Wissenschaftssystems zu bewahren und gleichzeitig sensible Forschungsaktivitäten vor dem unerwünschten Abfluss von Wissen und Technologie zu schützen.
Ein kooperatives Modell der gestuften Verantwortung
Das Fundament der neuen...
